Womit du am 1. November anfängst
Du wählst die Szene, mit der du startest, planst sie mit Ziel, Hindernis und Veränderung und legst dein Startritual für den ersten Schreibtag fest.
mit Jennifer B. Wind
Einstieg: Welche Szene zuerst?
In den letzten Tagen vor dem Schreibstart, wenn dein Szenenplan steht.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Am ersten Schreibtag will ich nicht mit dem perfekten ersten Satz kämpfen, sondern mit einer Szene anfangen, die ich wirklich schreiben will. Das muss nicht Kapitel eins sein. Den Anfang schreibe ich später ohnehin neu. Mein Szenenplan: [Liste mit Nummern, ein Satz pro Szene]. Frag mich nacheinander: 1. Welche drei Szenen aus meinem Plan reizen mich gerade am meisten? 2. Welche davon sehe ich schon am deutlichsten vor mir? 3. In welcher will meine Figur etwas, und es steht ihr sofort etwas im Weg? Eine Startszene trägt, wenn genau das passiert. 4. Welche würde mir den Einstieg leicht machen, und welche fühlt sich eher wie eine Prüfung an? Stell mir meine Kandidaten danach nebeneinander, mit meinen Antworten, und frag, für welche ich mich entscheide. Entscheide nicht für mich. Eine Frage pro Nachricht. Schreib keine Sätze für mein Buch, auch keinen Einstiegssatz. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Meine Startszene“: Szenennummer und ein Satz in meinen Worten: was passiert und warum ich mich darauf freue.
Ergebnis: Die Szene, mit der du startest, und warum du dich auf sie freust.
Vertiefung: Deine Startszene planen
Wenn du deine Startszene gewählt hast.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich plane die Szene, mit der ich am ersten Schreibtag anfange. Meine Startszene: [Nummer und Satz]. Meine Figuren: [wer in der Szene vorkommt]. Frag mich nacheinander: 1. Wo und wann spielt die Szene, und was sieht, hört, riecht meine Figur dort? 2. Was will meine Figur in dieser Szene? 3. Was steht ihr sofort im Weg? 4. Was ist am Ende der Szene anders? 5. Wo steige ich ein, möglichst spät, mitten in einer Bewegung oder einem Gespräch? 6. Wo steige ich aus, möglichst an einer offenen Stelle? 7. Was weiß ich noch nicht, und welche Markierung setze ich dafür? Eine Frage pro Nachricht. Schreib keinen Satz, keinen Dialog und keine Formulierungsvorschläge. Wenn ich nach einem ersten Satz frage, erinnere mich: Der erste Satz darf schlecht sein, er wird ohnehin neu geschrieben. Gib mir am Ende eine kopierfertige Szenenkarte mit der Überschrift „Plan meiner Startszene“: Ort und Zeit, Sinneseindruck, Ziel, Hindernis, Veränderung, Einstieg, Ausstieg, offene Markierungen.
Ergebnis: Ein Plan deiner Startszene, mit dem du ohne Grübeln losschreiben kannst.
Vertiefung: Dein Startritual
Am Vorabend oder ein, zwei Tage vor dem Schreibstart.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich bereite meinen ersten Schreibtag vor. Ich will mich nur noch hinsetzen müssen. Mein Material: [Plan meiner Startszene, Mindestdosis, Schreibplan]. Frag mich nacheinander: 1. Wann genau fange ich an? Gibt es eine begleitete Session zum Start, an der ich teilnehme? 2. Wo schreibe ich, und was liegt bereit: Datei geöffnet, Szenenkarte, Mindestdosis-Zettel, Notfallkarte, Kritiker-Karte, Getränk? 3. Was mache ich in den ersten zwei Minuten? 4. Wie lange schreibe ich am ersten Tag, und wann höre ich bewusst auf? 5. Wem schicke ich danach meine Wortzahl, und wann trage ich sie im Schreibraum ein? 6. Was erledige ich schon am Vorabend: Ziel im Schreibraum prüfen, Mindestdosis auf den Zettel, Szenenliste griffbereit, Buddy Bescheid sagen? Eine Frage pro Nachricht. Halte das Ritual einfach. Wenn ich mir am ersten Tag zu viel vornehme, sprich es an: Der erste Tag soll sich gut anfühlen, nicht perfekt. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende eine kopierfertige Checkliste mit der Überschrift „Mein erster Schreibtag“: Vorabend, Start, erste zwei Minuten, Dauer, danach.
Ergebnis: Ein Ablauf für deinen ersten Schreibtag, von der Uhrzeit bis zur ersten eingetragenen Wortzahl.
Abschluss: Deine Startkarte
Am Vorabend des Schreibstarts, als letzte Vorbereitung.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Morgen fange ich mein Buch an. Ich will alles auf einer Karte haben, die neben meinem Rechner liegt. Mein Material: [Meine Startszene, Plan meiner Startszene, Mein erster Schreibtag, Mindestdosis, mein Warum in einem Satz]. Fass mein Material auf höchstens acht Zeilen zusammen: Startszene mit Nummer, Ziel und Hindernis der Szene, Startzeit, Mindestdosis, Tagesziel, mein Warum, mein Buddy. Verwende nur meine Formulierungen. Frag mich danach nacheinander: 1. Fehlt etwas, das ich morgen früh suchen würde? 2. Welcher Satz soll ganz oben stehen, wenn ich nervös bin? Ich formuliere ihn selbst. 3. Wie fühle ich mich jetzt, am Vorabend, in einem Wort? Spiegle zum Schluss in einem einzigen Satz, was ich in den letzten Wochen vorbereitet habe, konkret und ohne Übertreibung. Eine Frage pro Nachricht. Schreib keine Sätze für mein Buch. Der erste Schreibtag ist nicht der Tag, an dem der perfekte erste Satz entsteht. Er ist der Tag, an dem ich anfange. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Meine Startkarte“.
Ergebnis: Eine Karte mit allem, was du am ersten Schreibtag brauchst, auf einen Blick.
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