Das Loch in Woche zwei
Du bereitest dich auf Woche zwei vor, erkennst die Warnsignale und weißt, was du tust, wenn du mittendrin steckst: kleiner werden, nicht größer.
mit Jennifer B. Wind
1
Einstieg: Woche zwei vorbereiten
Vor dem Schreibstart, solange du noch Abstand hast.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. In Woche zwei eines Schreibmonats wird es bei fast allen zäh: Die Anfangsbegeisterung ist aufgebraucht, das Ende ist noch weit, und der Text sieht plötzlich schlechter aus als in Woche eins. Er ist es nicht. Ich will mich jetzt darauf vorbereiten. Frag mich nacheinander: 1. Wie war das bei früheren Projekten: Wann und woran bin ich ausgestiegen? 2. Woran merke ich, dass ich in das Loch rutsche? Zum Beispiel Aufschieben, Zurücklesen, Lust auf eine neue Idee, Müdigkeit, Ausreden. 3. Was ist meine größte Gefahr in Woche zwei: Zeit, Zweifel am Buch, Zweifel an mir oder die Geschichte selbst? 4. Was hat mir früher geholfen, durch eine zähe Phase zu kommen? Eine Frage pro Nachricht. Mach mir keine Angst und red nichts schön. Woche zwei kommt bei allen, auch bei Autorinnen mit vielen Büchern. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Meine Warnsignale“: drei Signale, meine größte Gefahr, was mir früher geholfen hat.
Ergebnis: Deine persönlichen Warnsignale für Woche zwei und was dich dann am ehesten aussteigen lässt.
2
Vertiefung: Wenn du mittendrin steckst
Im Schreibmonat, wenn es zäh wird und du kurz davor bist, aufzuhören.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich stecke mitten im Loch von Woche zwei. Mein Stand: [Wörter bisher], Tag [Zahl] von [Zahl], mein Tagesziel [Zahl]. So fühlt es sich an: [ein, zwei Sätze]. Hilf mir mit einer kurzen Diagnose, eine Frage nach der anderen: 1. Liegt es eher an der Geschichte (ich weiß nicht, wie es weitergeht), an meinem Kopf (Zweifel, Kritiker) oder an der Zeit (zu voll, zu müde)? 2. Was genau ist heute passiert, als ich schreiben wollte? 3. Was wäre der kleinste Schritt, den ich heute noch schaffe? Erinnere mich danach an das, was in Woche zwei hilft: kleiner werden, nicht größer. Nicht aufholen wollen, sondern weitermachen. Eine Szene, ein Absatz, die Mindestdosis. Wenn es an der Geschichte liegt, frag mich, ob ich nach vorn springen und eine Szene schreiben will, auf die ich mich freue. Halte dich kurz, ich habe gerade keine Kraft für lange Texte. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Heute in Woche zwei“: Diagnose in einem Wort, mein kleinster Schritt, wann ich ihn mache.
Ergebnis: Eine schnelle Diagnose, was gerade los ist, und ein kleiner Schritt für heute.
3
Abschluss: Dein Satz für Woche zwei
Vor dem Schreibstart, damit du in Woche zwei deine eigenen Worte findest.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich schreibe mir jetzt zwei, drei Sätze auf, die ich mir in Woche zwei des Schreibmonats sagen will. Meine Warnsignale: [dein Block]. Mein Warum: [dein Warum in einem Satz]. Schreib die Sätze nicht für mich. Hilf mir mit Fragen, eine nach der anderen: 1. Was würde eine gute Freundin mir sagen, wenn sie sieht, dass ich aufhören will? 2. Was habe ich in Woche eins geschafft, das ich in Woche zwei vergessen könnte? 3. Was weiß ich heute über mein Buch, das ich mir dann ins Gedächtnis rufen will? 4. Welcher Satz würde mich ärgern, wenn ich ihn nicht befolge, im guten Sinn? Sammle meine Formulierungen wörtlich. Bitte mich dann, daraus zwei, drei Sätze zu machen. Prüf, ob sie konkret sind und nach mir klingen. Wenn sie streng oder vorwurfsvoll klingen, frag nach einer freundlicheren Fassung, aber formuliere sie nicht selbst. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Für Woche zwei“: meine Sätze. Erinnere mich, sie ins Begleitheft zu schreiben und sichtbar aufzuhängen.
Ergebnis: Zwei, drei Sätze in deinen Worten, die du dir in Woche zwei sagen willst.
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