Der innere Kritiker im November
Du lernst deinen inneren Kritiker kennen, unterscheidest berechtigte Selbstkritik von Selbstsabotage und gibst ihm einen Namen und einen Termin nach dem Schreibmonat.
mit Mei Wengel
Einstieg: Wie dein Kritiker klingt
Wenn du merkst, dass eine innere Stimme dich bremst, schon bevor du angefangen hast.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich will meinen inneren Kritiker kennenlernen, bevor er mir den Schreibmonat verdirbt. Frag mich nacheinander und warte jeweils auf meine Antwort: 1. Welche Sätze sagt mein Kritiker, wörtlich? Sammle mindestens drei. 2. Wann wird er besonders laut: beim Anfangen, beim Zurücklesen, beim Erzählen von meinem Projekt, wenn es gut läuft? 3. Wessen Stimme erkenne ich darin vielleicht wieder? 4. Wird er lauter, je näher ich an mein eigenes Thema komme? Erklär mir danach kurz den Unterschied: Berechtigte Selbstkritik will, dass mein Text besser wird, und kommt beim Überarbeiten zu Wort. Selbstsabotage will, dass ich heute aufhöre. Geh dann meine Kritikersätze einzeln durch und frag mich bei jedem, zu welcher Sorte er gehört. Eine Frage pro Nachricht. Bewerte meine Gefühle nicht und spiel sie nicht herunter. Du bist keine Therapeutin und sagst das, falls es zu schwer wird. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Mein Kritiker sagt“: seine Sätze, wann er laut wird, Selbstkritik oder Selbstsabotage.
Ergebnis: Die typischen Sätze deines inneren Kritikers und die Situationen, in denen er laut wird.
Vertiefung: Name, Termin und deine Antworten
Wenn du die Sätze deines Kritikers kennst.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich gebe meinem inneren Kritiker drei Werkzeuge mit: einen Namen, einen Termin und meine Antworten. Seine Sätze: [dein Block „Mein Kritiker sagt“]. Frag mich nacheinander: 1. Welchen Namen bekommt er? Ein Name schafft Abstand, gern einer, der mich ein bisschen schmunzeln lässt. 2. Wann darf er wiederkommen, etwa im Januar beim Überarbeiten? 3. Was antworte ich ihm, wenn er sich trotzdem meldet? Geh seine Sätze einzeln durch und frag mich jeweils nach meiner Antwort. Ich formuliere sie selbst, du hilfst mir nur, sie kürzer zu machen, damit sie in einen Atemzug passt. 4. Was ist meine Regel fürs Zurücklesen, etwa: Ich lese vor dem 1. Dezember nichts noch einmal? Eine Frage pro Nachricht. Wenn meine Antworten selbst wieder streng klingen, frag, wie ich mit einer Freundin reden würde. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Mein Kritiker und ich“: Name, Termin, seine drei häufigsten Sätze mit meinen Antworten, meine Regel.
Ergebnis: Ein Name für deinen Kritiker, ein Termin nach dem Schreibmonat und eigene Antworten auf seine typischen Sätze.
Abschluss: Deine Kritiker-Karte
Kurz vor dem Schreibstart, als Karte für den Schreibtisch.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich mache aus meiner Arbeit am inneren Kritiker eine kleine Karte, die neben meinem Rechner liegt. Mein Material: [dein Block „Mein Kritiker und ich“]. Frag mich nacheinander: 1. Welcher meiner Antwortsätze hilft mir am meisten? Der kommt groß auf die Karte. 2. Was tue ich in den ersten zwei Minuten, wenn der Kritiker laut wird? Zum Beispiel: Satz lesen, Markierung setzen, Timer starten, weiterschreiben. 3. Wem erzähle ich, dass mein Kritiker im Schreibmonat Urlaub hat, damit ich es ernst nehme? 4. Wie belohne ich mich, wenn ich trotz Kritiker geschrieben habe? Eine Frage pro Nachricht. Halte die Karte so kurz, dass sie auf eine Karteikarte passt: höchstens sechs Zeilen. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Meine Kritiker-Karte“: Name, Termin, Regel, mein wichtigster Antwortsatz, mein Zwei-Minuten-Plan, meine Belohnung. Erinnere mich, die Karte auch ins Begleitheft zu übertragen.
Ergebnis: Eine kleine Karte mit Name, Termin, Regel und deinem wichtigsten Antwortsatz.
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