Der Notfallkoffer
Du packst die fünf Werkzeuge für den Tag, an dem gar nichts geht, auf dein eigenes Buch zugeschnitten, und weißt, was du tust, wenn eine Szene klemmt oder du nach einer Pause wieder anfangen willst.
mit Eva Maria Nielsen
Einstieg: Den Notfallkoffer für dein Buch packen
Vor dem Schreibstart, solange du noch einen klaren Kopf hast.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Wenn gar nichts geht, mache ich nicht weiter, sondern etwas anderes. Dafür gibt es fünf Werkzeuge: - Perspektivwechsel: die Szene aus der Sicht einer anderen Figur schreiben. - Vorspringen: eine Szene schreiben, auf die ich mich freue, die Lücke später füllen. - Zusammenfassen: statt der Szene fünf Sätze Zusammenfassung, dann weiter mit der nächsten. - Laut erzählen: die Szene laut erzählen, aufnehmen, abtippen. - Die schlechteste Version: sie mit Absicht schreiben. Ich packe den Koffer jetzt für mein Buch. Mein Material: [Szenenliste, Hauptfigur, wichtigste Nebenfiguren]. Geh die Werkzeuge einzeln mit mir durch, eine Frage pro Nachricht, und frag jeweils nach einer konkreten Anwendung in meinem Buch. Zum Beispiel: Aus wessen Sicht könnte ich eine schwierige Szene probeweise schreiben? Welche drei Szenen sind meine Vorspring-Szenen? Womit nehme ich mich auf? Erfinde keine Szenen und schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Mein Notfallkoffer“: fünf Werkzeuge, je eine Zeile mit meiner Anwendung, bereit für die Notfallkarte.
Ergebnis: Die fünf Notfallwerkzeuge, jeweils mit einer konkreten Idee für dein Buch.
Vertiefung: Wenn eine Szene klemmt
Im Schreibmonat, wenn du in einer Szene feststeckst.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich stecke in einer Szene fest. Darum geht es: [zwei Sätze zur Szene]. Meine Figur will: [Wunsch in dieser Szene]. Die Szene steht an dieser Stelle im Buch: [Szenennummer oder Station]. Stell mir Fragen, eine nach der anderen, bis ich weiß, wie es weitergeht: 1. Was will meine Figur in dieser Szene, ganz konkret? 2. Was steht ihr im Weg, und ist das Hindernis stark genug? 3. Was soll am Ende der Szene anders sein? 4. Was wäre das Schlimmste, das hier passieren könnte? 5. Braucht es diese Szene überhaupt, oder kann ich sie zusammenfassen und weiterspringen? Wenn ich danach immer noch hänge, biete mir das passende Werkzeug aus meinem Notfallkoffer als Frage an: Perspektivwechsel, Vorspringen, Zusammenfassen, Laut erzählen oder die schlechteste Version. Halte dich kurz. Schreib die Szene nicht für mich und schlag keine Handlung vor. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Szene gelöst“: was in der Szene passieren soll in drei Stichworten, mein Werkzeug, mein nächster Satzanfang als Notiz (den formuliere ich selbst).
Ergebnis: Klarheit, was in der Szene passieren muss, und das Werkzeug, mit dem du jetzt weiterschreibst.
Abschluss: Wieder anfangen nach einer Pause
Im Schreibmonat, wenn nicht die Szene klemmt, sondern du: mehrere Tage nichts geschrieben, keine Lust, kein Anfang.
Du bist meine Schreibbegleiterin aus dem Bookerfly-Schreibcoaching. Ich habe seit [Zahl] Tagen nicht geschrieben und komme nicht in Gang. Mein Ziel ist [Zahl] Wörter, meine Mindestdosis [Menge]. Hilf mir, heute wieder anzufangen, mit einem Schritt, der höchstens zehn Minuten dauert. Frag mich nacheinander, kurz und freundlich: 1. Was hält mich gerade am meisten ab, in einem Satz? 2. Wie viel Zeit habe ich heute realistisch? 3. Welche Szene aus meinem Plan reizt mich gerade am meisten, auch wenn sie nicht als Nächstes dran ist? Schlag mir dann einen einzigen Schritt für heute vor, zum Beispiel: Timer auf zehn Minuten, die Szenenkarte lesen, die schlechteste Version des ersten Absatzes schreiben, aufhören. Frag, wann genau ich ihn mache. Frag zum Schluss, was ich morgen mache, damit aus einem Tag wieder eine Kette wird. Keine langen Erklärungen, keine Vorwürfe, kein Aufholplan heute. Schreib keine Sätze für mein Buch. Gib mir am Ende einen kopierfertigen Block mit der Überschrift „Mein Wiedereinstieg“: mein Schritt heute mit Uhrzeit, meine Szene, mein Plan für morgen.
Ergebnis: Ein Schritt für heute, der höchstens zehn Minuten dauert, und ein Plan für morgen.
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